Carola Trier – ein Thema, das mich seit vielen Jahren begleitet
Carola Trier ist in der Pilates-Welt ein bekannter Name. Gleichzeitig ist über kaum eine Vertreterin der ersten Generation so wenig im historischen Zusammenhang bekannt. Ihre Rolle wird oft auf „erste eigene Studio-Gründung in New York“ oder auf ihre Nähe zu Joseph und Clara Pilates reduziert.
Mich beschäftigt Carola Trier jedoch schon seit vielen Jahren – nicht nur als Pilates-Lehrerin, sondern als historische Persönlichkeit, deren Lebensweg weit über die Pilates-Geschichte hinausreicht.Carola Trier ist eine der bekanntesten Schülerinnen von Joseph Pilates und gehört zu den ersten Lehrerinnen der Pilates-Methode weltweit. Besonders bemerkenswert an ihr ist, dass sie wie Joseph Pilates ursprünglich aus Deutschland kam und wie er als deutsche Ausländerin in einem Camp gefangen gehalten wurde. Joseph Pilates auf der Isle of Men in England während des ersten Weltkrieges und Carola Trier in Camp Gurs in Frankreich während des zweiten Weltkrieges. Die beiden teilten also neben der deutschen Herkunft auch das Trauma der Gefangenschaft.
Das Buch – Ausgangspunkt und Grundlage meiner Arbeit
Der Ausgangspunkt meiner intensiven Auseinandersetzung mit Carola Trier war mein Buch
Carola Trier – The first woman ever to open a Pilates studio in New York.
Dieses Buch ist bewusst keine klassische Biografie. Es basiert unter anderem auf Fragmenten aus Carola Triers unvollendeter Autobiografie, Archivmaterial und historischen Quellen. Geschrieben ist es aus meiner Perspektive als Pilates-Lehrer und Ausbilder, mit dem Versuch, Carola Trier nicht nur als Pilates-Pionierin, sondern als Mensch mit Brüchen, Erfahrungen von Verfolgung, Flucht und Neuanfang sichtbar zu machen.
Das Buch war damit der erste Schritt, Carola Trier aus dem rein fachlichen Kontext herauszulösen und ihre Geschichte in einen größeren historischen Rahmen zu stellen.
Carola Triers Leben sowie Bilder von ihren Matten- und Reformer-Übungen
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Der neue Podcast des Leo Baeck Instituts – Carola Trier im historischen Kontext
Aktueller Anlass für diesen Artikel ist ein neuer Podcast des Leo Baeck Instituts, an dem ich mitwirken durfte. Das Leo Baeck Institut beschäftigt sich mit der Geschichte deutsch-jüdischen Lebens – und damit auch mit Biografien, die durch Nationalsozialismus, Internierung und Emigration geprägt wurden.
In diesem Podcast steht Carola Trier nicht primär als Pilates-Lehrerin, sondern als historische Figur im Mittelpunkt: als jüdische Frau, die Deutschland verlassen musste, im Internierungslager Gurs interniert war und später in den USA ein neues Leben aufbaute.
Für mich ist dieser Podcast eine wichtige Ergänzung zu meinem Buch, weil er Carola Trier aus einer anderen Perspektive beleuchtet und ihre Geschichte in einen übergeordneten historischen Zusammenhang einordnet.
Hier der Podcast auf YouTube:
Und hier der Link zum Podcast auch zum Runterladen:
Das Interview mit Kerstin Bredehorn – persönliche Einordnung
Ergänzend dazu hat Kerstin Bredehorn ein Interview mit mir geführt. In diesem Gespräch geht es weniger um historische Fakten als um meine persönliche Motivation:
Warum habe ich mich so intensiv mit Carola Trier beschäftigt?
Warum halte ich sie für eine der interessantesten Persönlichkeiten der frühen Pilates-Geschichte?
Und was können Pilates-Lehrerinnen und -Lehrer heute aus ihrer Lebensgeschichte lernen?