Pilates Lobeshymne vom Sportmediziner Dr. Ingo Barck

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In den letzten Wochen ist, dank einiger gemeinsamer Arbeitsrunden sonntagsvormittags, von Felicitas Ruthe, Dr. Ingo Barck und mir, das Cadillac Manual ein ganzes Stück vorangekommen. Das heißt, wir sind mit der Beschreibung der 36 Roll Down Bar Übungen des Cadillacs fertig. Es fehlen noch ein paar Fotos, die wir noch mit Miriam Abels im Januar/Februar schießen müssen, aber dann werden wir den ersten Teil des Cadillac Manuals bald veröffentlichen.

Realistisch würde es sonst bestimmt noch 1 - 2 Jahre dauern, um die insgesamt 212 Übungen zu beschreiben und alle dabei genutzten Muskeln genau zu identifizieren. Und da das Manual schon jetzt 450 Seiten aufweist, veröffentlichen wir die ersten 150 Seiten schon einmal Mitte des Jahres.


Moment? 36 Roll Down Bar Übungen? Ich sehe schon den einen oder anderen von Euch vor meinem inneren Auge, der versucht die verschiedenen Übungen durchzuzählen. Spar Dir die Mühe.

Die 36 Roll Down Bar Übungen

1.      Roll back (Bend Knees; Legs Straight, Feet in V; Legs Straight, Feet at Pole)
2.      Roll Back Spine Arch
3.      Roll Back - Rowing
4.      Roll back - One Arm Crossed
5.      Roll back - One Arm Hug
6.      Sidestretch
7.      Flat Back
8.      Drunken Driver/Around the world
9.      Reverse Corkscrew
10.    Half Roll Down on Roller
11.    Assisted Pelvic Curl
12.    Hundred Prep
13.    Hundred
14.    Hundreds Reverse
15.    Reverse Spine Stretch
16.    Sitting Stomach Massage
17.    Chest Expansion Kneeling
18.    Long Back Stretch
19.    Long Back Stretch Roll Down
20.    Press Down
21.    Cat Stretch
22.    Thigh Stretch
23.    Rolling in and out
24.    Rolling Stomach Massage
25.    Side Sit Ups
26.    Breathing
27.    Breathing Extended
28.    Swan Prep
29.    Swan
30.    Jackknife
31.    Rollover
32.    Chest Expansion Standing
33.    Side Arm Press
34.    Side Arm Circle
35.    Shaving
36.    Squats


Was dieses Cadillac Manual so aufwendig macht

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Bevor wir uns in der oben genannten dreier Runde treffen, beschreibe ich zunächst für jede Übung den genauen Ablauf. Auf Basis dieser Beschreibung probieren wir dann gemeinsam aus, ob man nur durch das Hören der Beschreibung die Übung ausführen könnte und verbessern sie entsprechend.

Dann versucht Dr. Ingo Barck festzustellen, welche Muskeln bei diesem Ablauf hauptsächlich und in welcher Funktion benötigt werden. Dabei gilt es auch herauszufinden, ob dies bei jeder Person so gilt und unter welchen Umständen es sich vielleicht ändert. Daraus folgt meist eine weitere Verfeinerung der Übungsbeschreibung, um sicherzustellen, dass das Ziel der Übung erreicht werden kann.


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Da wir textlich diesen Teil des Manuals für die Veröffentlichung jetzt abschließen konnten, hat Dr. Ingo Barck auch schon sein Vorwort geschrieben. Und das war so schön, dass ich dies ehrlicherweise einfach mit Euch teilen muss.


Vorwort Dr. Ingo Barck

Wenn ich meinen Patienten in meiner sportmedizinischen Praxis Pilates empfehle, bekomme ich immer wieder ein abschätziges „das kenn ich schon“ zu hören. Wenn ich dann gezielt nachfrage, hat das, was die Patienten mir berichten, recht wenig mit dem Pilates zu tun, welches ich unter der Anleitung von Reiner Grootenhuis erfahren habe.
Pilates bietet unter Zuhilfenahme von speziellen Geräten ein sehr abwechslungsreiches Training, insbesondere der Koordination, Beweglichkeit und Kraft. Das Übungsrepertoire und die Menge möglicher Variationen ist dermaßen umfangreich, dass alle Leistungsklassen gefordert und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden können. Hierfür bedarf es allerdings Übungsleiter/innen, die Pilates gelernt und verstanden haben und dann auch vermitteln können. Ich habe miterlebt, wie die Trainer-Ausbildung von Reiner Grootenhuis durchgeführt wird und habe mit der Zeit großen Respekt vor den Leistungen der Trainerinnen entwickelt. Dieses Buch nun soll insbesondere denjenigen helfen, die sich die Pilates-Trainingsmethode erarbeiten wollen. Ohne zu sehr ins anatomische Detail zu gehen, haben wir mit dieser Anleitung versucht, möglichst viele funktionell-anatomische Aspekte mit anzusprechen, denn erst wenn der Bewegungsapparat in seinen Grundzügen verstanden wird, ist ein gezieltes Training und eine optimale Anleitung unter Berücksichtigung individueller Gegebenheiten möglich.
Vielen Patienten mit schmerzhaften muskulären Verspannungen empfehle ich Pilates. Eine Beschwerdelinderung wird initial am besten durch Bewegung der betroffenen Bereiche (oft z.B. Nacken) unter Ausnutzung des maximalen Bewegungsspieles erzielt. Isometrische Belastungen der betroffenen Muskulatur und Übungen mit dem Fokus der Kraftsteigerung sollten zu Beginn vermieden werden.
Meine Erfahrung ist, dass mittels Pilates viele Störungen im Bereich des Bewegungsapparates, die häufig auch durch langes Sitzen entstehen, beseitigt werden können und dass so nicht nur vielen Schmerzpatienten geholfen, sondern auch eine Prophylaxe erwirkt wird.
Der Cadillac bietet ein sehr umfangreiches Übungsrepertoire und die Möglichkeit einer sehr feinen Einstufung. Hat man bspw. beim Arm Chair mit oft fixierten Federn nur die Möglichkeit durch die Auswahl der Übungen den Schwierigkeitsgrad anzupassen, so kann man bspw. beim Reformer zusätzlich durch die 4 - 5 Federn die Übungen schon weiter abstufen. Der Cadillac bietet nicht nur die Möglichkeit alle Arten von Federn zu verwenden, sie auf verschiedene Höhen zu hängen, sondern schon durch ganz wenige Zentimeter mehr oder weniger Abstand kann die Art der Unterstützung oder Herausforderung auf den Millimeter genau angepasst werden.
— Kempen, Dezember 2017 Dr. Ingo Barck

Einfach toll. Danke Ingo! Freue mich schon sehr das Manual mit Euch bald zu teilen.