Das Ziel

Hallo!

Ich lese gerade folgendes Zitat von Amy Taylor Alpers, einer sehr bekannten Pilates-Lehrerin, welches mich nachdenklich gemacht hat:

Habe ein persönliches Ziel, was genau Du als Pilates-Lehrer erreichen willst und bleibe immer auf dem Pfad, Dich selbst durch Pilates zu heilen.

Originaltext:

Have a personal Mission of exactly what it is that you want to accomplish as a Pilates instructor and always be on your own path to healing yourself through Pilates.

Den zweiten Satz kann ich sofort unterschreiben. Mein Körper verändert sich kontinuierlich positiv und Einschränkungen die ich habe, werden klarer und ich finde mit Hilfe meiner Lehrer/Mentoren immer bessere Wege mir selbst mit Pilates zu helfen.

Aber was genau ist es, was ich als Lehrer erreichen möchte, jenseits des offensichtlichen Verdienens des Lebensunterhalts?

Am Anfang war es klar ein unglaublicher Wissensdurst, der mich antrieb. Ich wollte alles was es über Pilates zu wissen gab lernen. Ich würde nicht behaupten, dass dieser Wissensdurst schon gestillt ist, aber die Anzahl der empfundenen Lücken ist mit der Zeit etwas kleiner geworden.

Aber was ist es was ich als Lehrer letztendlich erreichen möchte?

Schon seit meiner Kindheit habe ich den Wunsch gehabt, Menschen zu helfen ein glücklicheres Leben zu führen. Letztendlich war es das, was mich zum Psychologie-Studium brachte. Meine Zeit als Co-Therapeut an der Forschungs- und Beratungsstelle in Bamberg hat mir aber auch gezeigt, dass die Doppeldeutigkeit von Worten und Vielschichtigkeit der menschlichen Psyche oft eine Hilfe von außen fast unmöglich machen (zumindest für mich). Und so habe ich auch in meinem Berufsleben mich von der Tätigkeit als Psychologe zunächst einmal ferngehalten.

Meine Zeit der Zen-Meditation und Arbeit mit einem Zen-Meister haben mir deutlich gemacht, dass die Tat oft klarer, einfacher, unmissverständlicher und vor allem wirkungsvoller ist als das Wort.

Beim Pilates-Unterricht erlebe ich genau diese wunderbare Harmonie zwischen Körper und Geist. Verkrampfungen im Kopf und im Körper lösen sich zur gleichen Zeit und während der Körper sich neu aufrichtet und ausrichtet wird eine Ebene von größerer Fröhlichkeit und Lebendigkeit erreicht, die ich so als Co-Therapeut nie beobachten konnte.

Und genau das ist mein Ziel: Dem Kreis von Menschen, die zu mir kommen, durch Pilates zu helfen das zu erreichen.

Und wenn ich mir auf dem Foto das Lächeln von Joseph Pilates und der Opernsängerin Roberta Peters genauer ansehe, dann vermute ich, dass Joseph Pilates ganz ähnliche Beweggründe hatte.